Innovative Abstammungsüberprüfung seit 2021, genomische Zuchtwerte für Größe seit 2024, aktive Unterstützung der Forschung und Genomik beim Pferd − das sind Stichworte, die Ergebnisse der verbandsübergreifenden Zusammenarbeit der IAFH (International Association of Future Horse Breeding GmbH & Co KG) beschreiben. Und hier reiht sich nun ein, was ohne Übertreibung als bahnbrechend bezeichnet werden kann: Erstmals werden Ergebnisse aus der gemeinsamen, genomischen Zuchtwertschätzung für lineare Exterieur- und Leistungsmerkmale (LIN-gZWS) der IAFH verfügbar. Was intern kurz als "die große IAFH-Zuchtwertschätzung" bezeichnet wird, verdient diesen Ausdruck gleich in mehrfacher Hinsicht:
Diese Zahlen beeindrucken − und lassen erahnen, welch Kraftakt hinter dieser Leistung der IAFH steckt. Bereits 2017 wurde diese mit der klaren Zielsetzung gegründet, genomisch unterstützte Anwendungen für die Sportpferde zu erschließen und zu diesem Zweck auch in die benötigte Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu investieren. Dem Verbund gehören die Oldenburger Zuchtverbände (OL, OS), der Holsteiner Verband, das Westfälische Pferdestammbuch, der Trakehner Verband, der Hannoveraner Verband und das Deutsche Sportpferd (DSP) sowie das Rechenzentrum vit an. Das Merkmalsspektrum: Gesundheit, Funktionalität, Leistung.
Und worüber andere reden, diskutieren, Verbesserungsbedarf der benötigten Datengrundlage und verfügbaren Methoden beklagen: Diese Themen nahmen die IAFH-Gesellschafterverbände aktiv in Angriff. Und das zahlt sich nun aus. Mit der erstmaligen Veröffentlichung genomisch unterstützter Zuchtwerte für Merkmale aus der linearen Beschreibung werden für Züchterinnen und Züchter wertvolle Informationen verfügbar, die sie in Management-, Selektions- und Anpaarungsentscheidungen einfließen lassen können. Und damit dies leichter fällt und gezielt erfolgen kann, stellen die einzelnen Verbände ihren Mitgliedern im jeweiligen online-Account gleich das passende, bereits praxiserprobte Anpaarungsprogramm zur Verfügung. Dort stehen von nun an die Ergebnisse der LIN-gZWS der IAFH für die Anpaarungsplanung zur Verfügung − geschätzt anhand einer einzigartig umfassenden Datengrundlage aus der linearen Beschreibung und genomweiten Markerdaten.
Damit ist jederzeit gewährleistet, dass am Pferd erkannte Stärken und Schwächen ebenso wie bekannte, mit Gesundheit und Leistungsfähigkeit in Verbindung gebrachte genomische Informationen berücksichtigt werden. Bereits 2019 hatte die IAFH die zukunftsorientierte Entscheidung getroffen, die Entwicklung eines SNP-Chips für Pferde zu unterstützen und so einen maßgeblichen Beitrag zur Stärkung der Pferdegenomik zu leisten. Innerhalb der IAFH sichert der Einsatz moderner tierzüchterischer Auswertungsmethoden die optimale Nutzung aller verfügbaren Informationen zwecks bestmöglicher Unterstützung in der Zuchtpraxis. Im für die Umsetzung verantwortlichen vit stehen leistungsstarke Infrastruktur und jahrelange Erfahrungen mit genomisch unterstützten Anwendungen nun auch in erweitertem Umfang für das Pferd zur Verfügung. Wer sich einen ersten Überblick verschaffen möchte, kann hierfür den online-Hengstverteilungsplan nutzen: Auch dort sind von nun an für die aktiven Hengste die neuen genomischen Zuchtwerte aus der großen IAFH-Zuchtwertschätzung zu finden.